ASP Geisterfahrertour - Konzerberichte

  • Ich war gestern bei ASP in Mainz, hier mein Bericht :smiley:


    Ich war pünktlich zum Einlass da, uff, was für eine Schlange, so schlimm hatte ich mir das nicht vorgestellt, waren sicher 500 Meter. Das Konzert war wohl schon länger ausverkauft, ich habe aber keine Ahnung, wie viele da rein passen :denk:


    Einlass war aber sehr relaxed, Publikum war sehr schwarz, da haste kein pink gesehen :smiley:


    Ich bin dann ungefähr in Reihe 6 gelandet, konnte von dort alles gut sehen :D


    Die Vorband Mantus, nun ja, ich fand sie eher langweilig, nicht wirklich mein Fall, haben nicht weh getan, aber ein ganzes Konzert würde ich von denen nicht besuchen. :peace1:


    http://www.youtube.com/watch?v=vlu9I8sDWeY&feature=plcp


    Falls jemand die Namen der Songs kennt, ich bin für Hinweise dankbar, dann kann ich in der Tube ergänzen :)


    ASP hat mir live gut gefallen, von denen gibt es in der Tube auch einiges, was mir nicht so sehr gefällt, gestern fand ich eigentlich alles recht gut, waren wohl aber auch viele ganz neue Sachen dabei. Die Stimmung war super, die Halle hat stellenweise echt getobt und die Band war sehr gerührt (oder tat zumindest so...).


    ASP, gerne jederzeit wieder :up:


    Fotos:


    https://plus.google.com/photos…7?authkey=CNqzrv6_s8KegwE


    Die Organisation in der Halle war übrigens super, ausreichend Klos, sehr schnell an der Garderobe, frage mich, warum man die Halle nicht öfter für Konzerte nutzt, die Logistik stimmt da :denk:

  • Also dann werd ich mal was schreiben.


    Wir waren in den Docks in HH am 1 Nov.
    Hatten löblicherweise ein Hotelzimmer direkt gegenüber der Lokation (Hotel Monopol wenn es mich nicht irrt) Haben den Nachmittag noch ein wenig über die Meile flanniert und uns was leckeres beim Türken einverleibt. Nein es war kein Döner.
    Dann trafen wir noch Slime mit dem wir uns noch ein wenig ins Caffee gesetzt haben und sind dann gegen 17 Uhr hoch ins Zimmer.
    Von unserem Zimmer aus konnten wir schon gegen 16 Uhr sehen das sich ein paar hartgesottene vor dem Eingang postierten (käm mir ja nie in den Sinn) Wir haben uns noch gemütlich eingestimmt und ein Gläschen Wein geschlürft, was sich als gut erwies, denn die Getränkepreise in den Docks waren schon wirklich jenseits von gut und böse.
    Wir sind dann gegen 18 Uhr 45 rübergedackelt, die Schlange war auch schon gefühlte 200 Meter lang, und haben uns artig hinten angestellt. Der Einlass ging zügig von statten. Die Lokation ansprechend, ähnlich wie das Aladin in Bremen, allerdings war die Akustik fürn Arsch........tschuldigung, aber das war sie.
    Der Veranstalter meinte wohl besonders viel Karten verkaufen zu müssen. So eng habe ich noch NIE gestanden. Wenn ich ständig die Haut meines Vorgängers spüren muss ist mir das eindeutig zu eng. Kuscheln ist ja schön, aber nicht mit jedem der da steht.
    Lillith haben wir auch garnicht entdecken können, da sie wohl vorn rechts stand. Keine Möglichkeit dorthin zu gelangen.


    Ich habe, solange ich ASP Konzerte besuche, noch nie sowenig vom Text verstanden wie bei diesem Konzert. Das finde ich sehr schade.


    Das Konzert ansich war toll, wir sind alle auf unsere Kosten gekommen, aber eben dank der üblen Akustik war es nicht eins der besten Konzerte die ich erleben durfte.
    Woran das lag, an der Lokation, oder an technischen Problemen........keine Ahnung. Ins Docks werd ich allerdings nicht unbedingt wieder fahren.


    Nächstes Mal gehts wieder ins Aladin zu ASP. Dort steht man nicht so eng, der Klang ist glasklar und die Preise moderat. Ich freu mich schon auf die nächsten Konzerte.


    Dat wars mal von mir.


    LaSann

    Ich trag die Wahrheit auf der Zunge.
    Ich trage nur das Schwarz, das mir gefällt.
    Ich trag auf meinen schmalen Schultern.
    wie Atlas schwer die Last der ganzen Welt.

  • Ich kann dem Konzert im Aladin wieder etwas besonderes abgewinnen:


    Ich kann zu Fuß nach Hause gehen :-), HH war gut, wenn auch etwas zu warm.

  • Ihr Lieben. Ich stehe immer noch völlig unter dem Eindruck eines phantastischen Wochenendes, inklusive ASP-Tourabschluss-Konzert in Potsdam, was so unglaublich gut war, dass ich nicht umhin komme, euch irgendwie (ein wenig) daran teilhaben zu lassen. :smiley:


    Zunächst: Wenn ihr einmal nach Potsdam kommt und eine megageile Bleibe (und ich nenne es nicht MEGAGEIL, wenn ich’s nicht wirklich so meine!) für 10 – 12 Personen sucht, dann wendet euch vertrauensvoll an mich, denn ich habe jetzt die Top-Adresse für eine Ferienwohnung, in der man nicht übernachtet, sondern geradezu residiert! Leute, ich habe es noch nie erlebt, dass ich in einer komplett eingerichteten Wohnung inmitten von wirklich seltenen und wertvollen Antiquitäten, mit modernster Küchentechnik, Vollausstattung von Tupperdose bis Caffissimo, inklusive sämtlicher Kapseln, zwei Bädern, mit Eckbadewanne, Handtuchwärmern, und, und, und… … gestrandet bin. :watt:


    Ich stand in dieser Wohnung, ging völlig ungläubig von Zimmer zu Zimmer und dachte immer, gleich müssen doch die Leute wiederkommen, die hier eigentlich zu Hause sind. Boah, das war eine Mischung aus Kindheitserinnerungen an Ferien in der alten Wohnung meiner Oma, die heutzutage fast 100 Jahre alt wäre, wenn sie noch leben würde, an die Jugendstilverglasung und geschnitzte Handläufe in den breiten Flurtreppen, den wundervollen Stuck an den überhohen Decken, die alten, vergoldeten Bilderrahmen mit den Ölgemälden, die alten Intarsienschränken… Hier hing selbst im letzten Zimmer noch ein kleiner Lüster im Originalzustand, der – trotz kleiner Schäden im Behang – noch einen Wert von ungefähr 2000 Euro gehabt hätte, nur mal geschätzt. Sprachlos, einfach sprachlos…!


    Und hier wohnten wir! Kein Zimmer im Adlon hätte exklusiver sein können…


    BTW… Wir zahlten 37 Euro pro Nase, umgerechnet…


    Doch, zum Konzert…


    Der Morgen begann mit mildem Sonnenschein. Pünktlich kurz vor 16 Uhr zog sich der Himmel zu und es begann zu nieseln. Da ich mir meiner altersbedingten Obsoleszenz (gelle, Ice :wink: ) dann doch bewusst war, wählte ich lieber die Thermostrumpfhosen und die Kuschelplüschjacke und fühlte mich dann doch gegen das Wetter gut gewappnet. Als wir kurz nach 4 vor dem Waschhaus eintrafen, waren wir nicht die Ersten… Ich gehe ja nicht allzu gern so früh los (ich beharre ja immer noch störrisch wie ein Esel darauf, dass 2010 die Ankunft 18:30 völlig ausreichend war), wurde aber im Laufe des Wartens mit Blick auf die ins Uferlose wachsende Schlange durchaus versöhnt. Nun, so standen wir, wir kleine Gruppe. Noch. Mittlerweile hörte es auf, langsam zu regnen. Wie Pilze schossen die Schirme in die Höhe, andere ließen die Wasserströme an ihren tiefer ins Gesicht gezogenen Kapuzen ablaufen. Wusch! Über mir klappte der Schirm ein und schüttelte sein gesammeltes Nass auf mich ab. Ich stand da, als habe ein übermütiger Maler mir mit seinen Kleisterpinsel ins Gesicht gewedelt. Lars, der Spielmaxe, drückte wohl in völliger Gedankenlosigkeit den Automatik-Knopf. Leider hatte dieser Schirm nicht nur eine Aufspann- sondern auch eine Einklappautomatik. OK… Trocknen würde ich wohl bis zum Einlass nicht mehr. Tatsächlich drang die Feuchtigkeit auch allmählich, aber untolerierbar durch meine Ärmel, da der Regenschirm zwar meine obere Hälfte, nicht aber meine komplette Breitseite zu beschützen vermochte.


    Die Schlange wuchs und mit ihr auch der Druck nach vorn. Ich war dankbar dafür, dass der Regen nachließ und die Schirme eingeklappt werden konnten. So lief ich nicht Gefahr, eine verirrte Speiche ins Auge zu bekommen, wohl aber schmiegte sich manch fremdes Körperteil unwillkürlich an mich im Gewühle. Ich versicherte mich gelegentlich davon, dass Lars immer noch hinter mir stand… :lach_weg: Vielleicht sollte die GeistErfahrer-Tour uns auch dazu anhalten, das „Fremdgefühl“ ein wenig abzulegen und doch irgendwie eine Art Gemeinschaft zu formen, wobei ich strikt entgegnen muss, es gab Typen im Umfeld, mit denen ich mich definitiv nicht gemein machen wollte. Besonders nervig war ein schmalzgelockter Jener seitlings, der die ganze Zeit hirnverbranntes Zeug lauthals vor sich her faselte, sei es, dass es um’s „Türken um den Hals binden“ ging oder ähnliches Gebrüh. Ich konnte es kaum fassen, warum es solches Kroppzeug auf ein ASP-Konzert trieb und bedauerte später zutiefst, dass ASP sein „Ich bin ein wahrer Satan“ wieder nur verkürzt sang. Wobei: Eine Dumpfbacke wie diese versteht den Sinn vermutlich einfach nicht, und würde ihn auch nicht verstehen, selbst wenn ich ihn ihm auf den Arsch tätowieren sollte. Mag aber auch sein, dass er halt keine Spiegelschrift lesen kann. :pardon: (Könnte mich immer noch darüber aufregen. :pardon: )


    Es wurde dunkel und ein Bratwurst-Imbiss öffnete betulich seine Pforten. Wir standen wie die Einsen. Langsam waberte ein leckerer Geruch zu uns herüber. Da wir schon seit geraumer Zeit still zitterten, war der Gedanke, dass diese Bratwurst warm, ja ggf. sogar HEISS sein würde, durchaus interessant… :denk:


    Ca. 1 h vor Einlass fiel der Security dann auf, dass noch Absperrungen fehlten und so begann sie doch tatsächlich, die bereits bis zum „Brett“ gestapelten Konzertgänger herumzuscheuchen, um noch die Zäune und Absperrungen aufzustellen. Der Bratwurststand wurde eingezäunt. Adé Bratwurst!
    Spätestens jetzt stand ich so eingemauert, dass meine Füße in den Stiefeln einschliefen, weil das Blut nicht mehr zirkulieren konnte. Durch das Schieben von hinten stand ich fast auf den Zehenspitzen. Was für eine Herausforderung für die Fußmuskulatur!


    Endlich. Es ging rein. Ich hatte keine Handtasche bei mir und konnte ohne großes Tamtam direkt bis zur Bühne durchschreiten. Nachdem wir die nassen Jacken über die Absperrung gehangen hatten, konnten wir aufatmen und erst einmal einen Becher Bier trinken. Die Füße wurden warm. Das Blut floss wieder.


    Meine Augen suchten den Krakeeler von draußen. Er war verschwunden. Gott sei dank. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Kinds Vater, der mit seiner imposanten Statur diesen Halbgewalkten den Weg versperrte, als sie sich seitlich zur Tür – und damit VOR uns – drängeln wollten. Große Klappe hatten sie ja im Vorfeld… „Forrest, lauf!“, aber es haperte dann wohl doch an der Umsetzung… :wink:


    Entspannung. Vorfreude. Dunkelheit… Spots! Ahhhh! Einige kurze Male traf uns ein gleißender, blauer Lichtstrahl direkt in die Augen. Aua! Was war denn das? Mantus traf uns zunächst mit einem Schmerz in die Retina. Als dieser dann verblasst war, durften sich die Ohren freuen. Mantus überraschte mich mit einem durchaus unerwarteten, aber angenehmen Mix aus Stiles, die mich an Eisbrecher, Blutengel und Diary of Dreams wie in einer Wundertüte verpackt und sanft geschüttelt, erinnerten - nun geöffnet, um den Besucher seinen Zauberkeks herausziehen zu lassen. Ich fand’s erstaunlich gut! :smiley:


    Für mich auch ein gelungenes Beispiel dafür, dass es nicht immer unangenehm sein muss, dass manche Komponenten so vertraut klingen. In dieser Form erinnert es doch eher an ein Gericht, dessen Gewürze vertraut schmecken. Es kommt auf die Komposition derer an, ob sie sich ins Ganze einfügen und zudem nicht langweilig eintönig erscheinen. Es mag bei einem der Songs vielleicht schon sehr offensichtlich sein, dass Sequenzen aus DoD’s „The Wedding“ entlehnt wurden, aber ich fand es zwar grenzwertig stark adaptiert, doch würde ich darin keinen Trend ausmachen wollen, sich an eingängigen Sounds zu „bedienen“. :smiley: Die Sängerin wirkte souverän und klang sauber und harmonisch, wirklich tolle Leistung. Auch alte Songs, wie z. B. „Kleiner Engel flügellos“ wurden überzeugend interpretiert. Live rocken Mantus unerwartet satt, das brummt dir einen ordentlichen Sound auf das Brustbein. Ich war überrascht. Es war mein erstes Mantus-live-Erlebnis.


    Die Reaktionen der (ASP-)Fans waren entsprechend wohlwollend. Ich habe kein Gemurre wahrnehmen können, was ich überaus angenehm fand. Am Rand soll es dennoch unqualifizierte Bemerkungen gegeben haben, wie mir von Kendrah berichtet wurde. Ich danke meinem Schicksal, dass ich DIESES Konzert ohne solche Wahrnehmung erleben durfte. Ab der ersten Note war ich im Genussmodus. :smiley:


    Dann wurde umgebaut. Die Crew, die die letzten Einstellungen vornahm und der Typ, der die Gitarren einspielte, boten ein echtes Zusatzprogramm. Was für eine coole Sau! Der zupfte ein paar Riffs, dass man am liebsten „Zugabe“ gebrüllt hätte. :lach_weg: Nein, saugeil, der Junge! :up:


    Dann Dunkelheit. Eine Nebelmaschine rauchte, nein schmorte… Schmorte…? Ja, das muss es wohl gewesen sein! Ein übler Brandgeruch stellte das bisschen Dunst, was sie abgab, völlig in den Schatten. Ich blickte mich unruhig um und schaute nach dem Brandschutzmeister am Notausgang, was jetzt wohl passieren würde… Nichts passierte. Der Wrasen breitete sich vor der Bühne heftig aus. Mir wurde schwindlig. Ich befürchtete, ohnmächtig zu werden und rausgetragen werden zu müssen. Was für ein Albtraum! Ich legte die Unterarme auf die Absperrung, legte meinen Kopf auf diese und versuchte, möglicht flach zu atmen, um nicht so viel von dem Zeug, das sich schleichend ausbreitete, einzuatmen. Langsam ging es los. Es wurde hell, die Scheinwerfer in der Bühnenwand leuchteten auf und die Musiker betraten die Bühne. Irgendwie schien sich der Brandgeruch verteilt zu haben und mir ging es langsam besser. Das Intro war überzeugend, ich kann es gar nicht mehr wiedergeben, weil ich mit dem Konzert auch zum ersten Mal die neuen Stücke gehört habe. Ich warte sehnsüchtig auf meine EP. die hoffentlich heute mit der Post kommt. Hoffentlich!


    Asp erstaunte mit einer Stimmkraft, die ich von einem Abschlusskonzert der Tour überhaupt nicht erwartet hätte. Kein Zittern, kein Krampf, keine Schwäche. Laut und klar sang er seine Parts. Ich glaube, ich habe ihn noch niemals so fit auf der Bühne erlebt! Es war, als ob er bereit wäre, an diesem Abend noch all seine Kraftreserven in die Massen zu schütten und das letzte bisschen Stimme aus sich herauszuholen. Ich habe ihn live immer als unglaublich empathischen, sympathischen und hoch motivierten Entertainer erlebt, weniger jedoch (leider) als leistungsfähigen und konditionierten Sänger. Sicher mag der Stress der letzten Jahre, seine oft angeschlagene Gesundheit und derlei ihr Scherflein dazu beigetragen haben, aber einen solchen „Wandel“ hätte ich ihm beim besten Willen nicht zugetraut. Es war, als habe er sich selbst gedopt und das hat er sicher auch, und zwar mit hoher Motivation und der Erfahrung, dass die neuen Songs wirklich von allen Zuhörern sehr gut aufgenommen wurden. Und sie sind auch wirklich gut!
    Ich empfand sie als weniger sperrig als manch andere (auch wundervolle!) Songs, die aber eben im stillen Kämmerlein erst ihre endgültige Wirkung entfalten können. Sie wirkten sofort und gingen direkt ins Blut und – teilweise – sogar in den Körper, so dass schon nach kürzester Zeit Köpfe und Haar, Arme und Füße ringsum zuckten und herumwirbelten. Erfreulicherweise, ohne andere dabei zu sehr zu bedrängen. Ich musste niemanden Strafe androhen und konnte selbst richtig rocken. :freu:


    Asp nahm bald die Pose des strahlenden, dankbaren Siegers über die Zuschauergunst ein, verbeugte sich und legte mit „Unverwandt“ und „Rücken an Rücken“ eine Kuschelrunde ein. Die mittlerweile obligatorische „Anlehnpartnerin“ aus dem Publikum schien ihre Rolle in vorhergehenden Konzerten ausgiebig geübt zu haben (wie mir Kendrah wissend bestätigte) und zog ein wenig übermotiviert eine etwas befremdlich staksige Show ab, in deren Verlauf sie – theatralisch nach Asps Hand greifend – fast seinen Hintern erwischt hätte. Kleines Schmankerl am Rande… :lach_weg: Asp wirkte ein wenig betreten. Armer Asp! :lach_weg:


    Mit „Eisige Wirklichkeit“ ging es dann auch wieder in die harte Realität des Programms zurück und die Stücke wurden wieder aufrührerischer und brodelnder.
    Habe ich erwähnt, dass „Wer sonst?!“ auch endlich einmal komplett ausgespielt wurde? :freu:


    Asp freute sich über die Textsicherheit beim Publikum und versäumte nicht, mit der Zwischenbedeutung des Gesagtem, dass „bereits jetzt die Zuhörer mehr Text mitgesungen hätten als woanders auf einem ganzen Konzert“ sich selbst ein wenig die Seele zu streicheln und darauf zu verweisen, dass es die bedeutsamen Texte sind, die die Asp’sche Musik erst zu dem machen, was sie ist. Chapeau, Meister! :smiley: Gern geschehen und immer wieder! – Ja, nach 3 Titeln ASP hat der Zuhörer mehr Futter für’s Gehirn getankt, als nach 1 h XY. Aber, wir sind ja auch auf einer GeistErfahrer-Tour! :freu:


    „Überhärte“ und „WeichEntstellung“ überzeugen schon beim ersten Hören, obwohl ich schade fand, dass bei letzterem schon ein Problem in der Technik hörbar wurde. Lutz’ Gitarre verschwand in den Hintergrund und so fehlten wichtige Soundelemente, so dass erst im Refrain das Ohr wieder so ganz eingefangen werden konnte. Danach eine ratlose Pause. Gefummel. Ratlose Blicke. „Potsdam, wir haben ein Problem!“


    Asps Ansage war sorgenvoll. Dieses Problem würde noch eine Zeit zur Behebung benötigen. – Was tun? Nun, SINGEN…! Und so stimmte Asp á capella das „Minnelied der Incubi“ an und dieses ungewöhnliche Stück, das ich überdies so sehr liebe, durfte ich somit ganz hautnah und aus der ersten Reihe in einer Interpretationsart miterleben, wie es bis dato noch nie gab und vermutlich auch nie wieder geben wird. Asp dominierte in seiner absolut noch nie dagewesenen Stimmgewalt und spornte uns mit immer herausfordernder Oktavenkletterei zu immer größerer Leistung an – und der Saal stimmte ein wie in einen Choral… „Wieg, wieg, wieg dich im Tanze“ skandierte das Publikum und Asp übertönte sie alle. Gänsehaut! Das war einfach nur ein „Wow!“-Gefühl.


    Als wollte das Schicksal nur diese Chance schaffen, genau diese Verbindung zwischen Meister und Eleven so unvergesslich zu erneuern, sprang die Technik wieder an und Lutz ließ die Finger über die Saiten tanzen um zu zeigen, dass es JETZT wieder Allegro zur Sache gehen sollte. Asp, deutlich erleichtert, gelöst und auch innerlich erwärmt über die Eifrigkeit und Aufmerksamkeit seiner Fans, sprach versöhnliche Worte und bat sehr lieb, beim nächsten Lied die unverzichtbaren Andenken zu knipsen und dann die Kameras für den Rest des Abends ruhen zu lassen. „Werben“ wurde so zur heiteren Show, die er mit tuntigem Hüftschwung und lasziver Mine und Handstrich über die Schenkel würzte. Das hätte im roten Paillettenkleid nicht spektakulärer sein können… :lach_weg:


    Irgendwie war ich ein wenig froh, dass dies vorbei war und wieder der alte, seriöse Asp auf der Bühne stand. Die restliche Zeit verging viel zu schnell, es wurden noch „Carpe Noctem“ vom neuen Silberling, „Demon Love“, „Welcome“, „Kokon“, „Schwarzer Schmetterling“ „Ich will brennen, „Schwarzes Blut“ und „Ich bin ein wahrer Satan“ gespielt. Ich gebe zu, die Reihenfolge stimmt nicht ansatzweise, aber, es fällt auch unglaublich schwer, jedenfalls mir, das jetzt so sauber zu sortieren. Vielleicht liefert ja Kind die Setlist noch nach, der ist vermutlich der bessere „Notar“ von uns beiden… :lach_weg: :wink:


    Die Zeit verging schnell, die Zugaben waren (zu) schnell gespielt. Und so warteten wir im Foyer auf die Band, die noch geduldig Autogramme, Foto-Posen und derlei leistete. Tossi war ein wenig missmutig. Er konnte das Konzert so gar nicht genießen, wie mir Kendrah erzählte, weil er einen üblen Sound auf den Kopfhörern hatte und ständig von dem Licht geblendet wurde. Wenn dieses so schmerzhaft auf die Bandmitglieder traf, wie es uns vor Mantus erwischte, kann ich das wirklich nachvollziehen. Zu Kendrah soll er gemeint haben, er wäre zwischendurch am liebsten runtergekommen zu uns, denn wir hatten offensichtlich Spaß. Tut mir wirklich leid, Tossi! :undecided:


    Während wir im Foyer geduldig darauf warteten, dass die Fliegenschwärme um Asp sich lichteten, erwischte mich auch noch eine Begegnung der dritten Art. Mitten im Gespräch tat es plötzlich einen Schlag und mir wurde ein wenig sonderbar im Schädel. Eine volle (!) Wasserflasche schlug, offenbar vom Obergeschoss kommend, direkt auf mein Schädeldach. Ich war heilfroh, dass hier keine Glasflaschen verkauft wurden. Es hätte mir den Schädel zertrümmert oder gar mehr. :watt:


    Ich meine, selbst wenn sie versehentlich aus der Hand rutschte, ein „Entschuldigung“ und zu schauen, ob etwas Ernsthaftes passiert sei, hätte ich doch erwartet. So war ich entsetzlich wütend und musste meiner Rage noch einmal laut nach oben Luft machen.


    Es dauerte einige Minuten, bis ich meine Contenance (und mein rauschfreies Denken) wiedergefunden hatte, wobei letzteres nicht nur am freigesetzten Adrenalin lag. Ich beschloss, doch noch ein paar persönliche Worte abseits zu sagen. DIESMAL wollte ich ihm wenigstens zu verstehen geben, dass die Zusammenkunft nicht gerade dazu einläd, meiner Bewunderung für seine Arbeit Ausdruck zu verleihen, da sie sich oft als Showbühne der Selbstdarstellung gibt, so jedenfalls mein Empfinden… Und so wollte ich ihm einfach nur sagen, dass seine Songs mich mehr zum Nachdenken angeregt haben als alles, was ich bisher gehört und erlebt habe und dass es mich immer wieder fasziniert, die feinen Verbindungen zwischen den Liedern zu entdecken, die „Verlinkungen“ und die Bedeutungen zwischen den Zeilen. Als ich im das erzählte, hat er lächelnd genickt. Das hat mich unheimlich gefreut, weil es mir die Bestätigung gegeben hat, weiter danach zu forschen. Es gibt ja immer so den Punkt, wo man sich fragt, ob man nicht über das Ziel hinausschießt, nicht mehr Bedeutung in einen Text legt, als ursprünglich beim Schreiben im Kopf des Verfassers vorging. Ich meine, die Gestaltung, das doppeldeutige Strickmuster seiner Artworks, seine Kommentare und Verlautbarungen, all das haben mich bisher schon darin bestärkt, dass hier die Suche nach MEHR erwünscht ist und es verborgene Schätze gibt, aber insgesamt hält er sich doch sehr zurück, gerade mit Interpretationen. Selbst in seinem Buch „Horror Vacui“ mimt er den Politiker. Erzählt viel „vom Rande“ und lässt Mitstreiter zur Wort kommen, doch ohne echte Rätsel gelöst zu haben, auch wenn seine Anmerkungen natürlich interessant sind. :smiley:


    Doch das war für mich ein eindeutiges Zeichen, dass ich mich auf der Suche nicht vom Thema fortbewegt habe, sondern grundsätzlich auf dem richtigen Wege bin, in tieferen Schichten zu graben. Und ich hoffe, ihm hat es auch gezeigt, dass neben den lauten Schreihälsen, die nur pausenlos betonen, wie „grandios“ und „unvergleichlich“ und „überragend“ seine Kunst doch sei, während „ihre Vorfreude ständig ins Unermessliche“ steige, ohne dieses Gefühl durch Beispiele aus Text und Musik zu unterlegen, es auch nachdenklichere, vielleicht etwas zurückhaltendere, aber nicht minder interessierte und aufmerksame Zuhörer gibt, die ihm gern auf seine lyrischen Wege folgen möchten, weil sie ebenso große Lust dabei empfinden, sich auf in die geheimen Winkel unserer Seele, Ängste, Wünsche und Gefühle zu machen. Die gern Tabus vergessen wollen und akzeptieren, dass neben Glanz und Gloria auch Dunst und Geröll in jedem von uns liegen und dass „nicht blütenrein“ zu sein, heißt, menschlich und ehrlich zu sein und nicht immer unbedingt „schlecht“. Wo Licht ist, da liegt auch Schatten. Und gerade im Spiel von Licht und Schatten lassen sich die faszinierendsten Welten entdecken. Daran erinnern uns auch immer wieder die Songs von Asp.
    Danke dafür. :smiley:

  • Dann noch ein paar Bilder, inklusive ein paar "geschenkter" von meinem lieben Freund Joe, der sie mir heute geschickt hat.


    Die Qualität ist echt durchwachsen... Nun ja.


    PS: Man beachte das letzte Bild. DAS ist Aftershow, ohne Absperrungen, Security und Nummernziehen... :wink:

  • Zitat

    Original von Silke
    Lars, der Spielmaxe, drückte wohl in völliger Gedankenlosigkeit den Automatik-Knopf. Leider hatte dieser Schirm nicht nur eine Aufspann- sondern auch eine Einklappautomatik.


    :lach_weg: Nun ja, es hat sich im Unterbewusstsein eben gut angefühlt. :wink:


    Zitat

    Original von Silke
    An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Kinds Vater, der mit seiner imposanten Statur diesen Halbgewalkten den Weg versperrte, als sie sich seitlich zur Tür – und damit VOR uns – drängeln wollten.


    Ja, das hatte er mir erzählt! :pardon:


    Zitat

    Original von Silke
    Ich gebe zu, die Reihenfolge stimmt nicht ansatzweise, aber, es fällt auch unglaublich schwer, jedenfalls mir, das jetzt so sauber zu sortieren. Vielleicht liefert ja Kind die Setlist noch nach, der ist vermutlich der bessere „Notar“ von uns beiden… :lach_weg: :wink:


    Mal aus der ZuSaKu kopiert. Ich wüsste nicht, dass da ein Fehler drin ist. Auch wenn ich die Namen der Lieder noch einmal überarbeiten musste, damit sie mich zufriedenstellen und wirklich richtig geschrieben sind und die Lieder noch einmal nummeriert habe. :pardon:




    Ja, es war einfach ein super schönes Wochenende, mit meinem bisher besten ASP-Konzert mit einer Setlist, die genau 2,5 Stunden dauerte! Leider ging alles viel zu schnell vorbei, aber schön, euch mal wieder gesehen zu haben. Und es gab sicherlich einige Augenblicke, die unvergessen bleiben. :pardon: Und auch die Band war nach dem Konzert super drauf! Das bleibt auf jeden Fall auch in Erinnerung.


    Lg Kind. :smiley:

  • Aufi dem einen Bild sehe ich den Stefan so im Hintergrund. Ich bin ja nun eh' nicht der große Plauderer nach dem Konzert, was das Gespräch mit der Band anbetrifft, dazu sitzt der "emotionale Schock", gerade bei ASP immer viel zu tief. Ich habe mich schon gefühlte 30 min überwinden müssen, diesmal wenigstens Asp noch ein paar Worte zu sagen...


    Aber, ich finde, Stefan ist wirklich ein wenig isoliert gewesen. Ich hatte auch Mühe, ihn ihm Gewühl wiederzuerkennen... :peinlich: Noch ist dieses Gesicht zu neu, zu unbekannt... :pardon:


    Beim nächsten Mal müssen wir ihn unbedingt fragen, wie er sich eingelebt hat und ggf. auch, wie er zu ASP gekommen ist. Das würde mich auch schon noch ein wenig interessieren. Es ist SmallTalk, natürlich... Ich würde ihm jetzt allerdings, wenn ich ihn da so allein stehen sehe, gern das Gefühl geben, dass er auch für mich wirklich dazu gehört. Tut er auch. Er war ein guter Drummer, fand ich. :smiley: Und er passt gut in die Truppe, so wie er sich hier zeigt: freundlich und ein wenig zurückhaltend. Denn das sind sie doch eigentlich alle. :smiley:

  • Ich habe mich mit ihm kurz unterhalten und er wirkte auch total sympathisch! Er hat sich gefreut, dass es mir so gefallen hat und hat gesagt, dass er es auch total super fand! Also Spaß hatte er, nach seiner eigenen Aussage. Er fühlt sich sicherlich sehr wohl! Und für mich gehört er jetzt schon mit dazu!


    Lg Kind.

  • Ach, Silke: Stefan kommt ja genauso wie Sören und Lutz aus der Ecke Kalsruhe. Ich glaube, Sören hat ihn vermittelt und ihn gefragt, ob er denn nicht Lust hätte bei ASP mitzuspielen. Aber sicher kannst du ihn noch einmal in MD fragen! Ist ja schon genau in 5 Monaten! :wink:


    Lg.

  • Du weißt, dass ich in natura da eher zurückhaltend bin. :D


    Ich würde niemals (in diesem Moment so scheinbar) überflüssige Fragen stellen... :wink: :lach_weg: